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Informationen zu Biogas- und klimaneutralen Tarifen ("Ökogas")

Inzwischen werben viele Anbieter nicht nur mit Ökostrom, sondern auch mit „Ökogas-“, Biogas- oder klimaneutralen Tarifen. Keiner dieser Begriffe ist rechtlich geschützt oder irgendwo verbindlich definiert. Daher fragen sich viele: Was ist drin in diesem Gas? Wie umweltfreundlich ist es wirklich? Die Antworten erhalten Sie hier.

Generell gilt: Bei der Verbrennung von Erdgas, einem fossilen Brennstoff, wird das klimaschädliche CO2 freigesetzt. Bei allen Ökogas-Angeboten geht es in der einen oder anderen Form darum, diese CO2-Freisetzung ganz oder teilweise zu kompensieren.

Was ist Biogas?

Nach allgemeinem Verständnis ist Biogas ein methanhaltiges „Gas, das durch Vergärung von Biomasse jeder Art entsteht. Es wird in Biogasanlagen hergestellt, wozu sowohl Abfälle als auch nachwachsende Rohstoffe vergoren werden. Das Präfix ‚Bio‘ weist auf die ‚biotische‘ Bildungsweise im Gegensatz zum fossilen Erdgas hin, nicht auf eine Herkunft aus ökologischer Landwirtschaft". (Wikipedia-Beitrag).

Sehr häufig werden in Biogasanlagen zum einen Gülle und zum anderen Mais oder Getreide eingesetzt. Das Gas wird dann entweder in Blockheizkraftwerken zur kombinierten Erzeugung von Strom und Wärme (KWK, Kraftwärmekopplung) eingesetzt oder nach einer umfassenden Aufbereitung in das Erdgasnetz eingespeist. Diese Aufbereitung beinhaltet Entschwefelung, Trocknung, CO2-Abtrennung, diverse Reinigungs-, Aufbereitungs- und Konditionierungsschritte sowie Verdichtung, damit die notwendige Kompatibilität zum in den Leitungen vorhandenen Erdgas hergestellt wird.

Allen in der Biogas-Erzeugung eingesetzten organischen Rohstoffen ist gemeinsam, dass bei deren Entstehung – also z.B. dem Aufwachsen des Mais oder des Grünzeugs zur Fütterung der Tiere, die die Gülle produzieren – CO2 aus der Athmosphäre gebunden wird. Daher ist Biogas vom Grundsatz her ein CO2-neutraler Brennstoff. Allerdings geht in den eigentlichen Produktionsprozess des Biogases – vom Bau der Anlagen über den Betrieb der Biogasanlagen, der Traktoren etc. bis zur Aufbereitung des Gases – direkt und indirekt auch eine Menge Energie, die mit einem entsprechenden CO2-Ausstoß verbunden ist. Wer also mit der CO2-Neutralität des Biogases wirbt, sollte auch dazu angeben, ob dies sich nur auf die Einsatzstoffe oder auch den ganzen Produktionsprozess bezieht.

In ersten Pilotanlagen gibt es seit kurzem eine weitere Quelle für CO2-neutral gewonnenes Gas: „Power-to-Gas“. Hier wird zu Zeiten besonders hoher Solareinstrahlung oder Windenergieausbeute und gleichzeitig geringen Stromverbrauchs im Netz die überschüssige Stromproduktion aus Erneuerbaren Energien mittels Elektrolyseuren in Wasserstoffgas umgewandelt, das entweder direkt (wenn die Mengen nicht zu groß sind) oder nach einer Aufmethanisierung in das Erdgasnetz eingespeist wird.

Biogas ist in der Herstellung teurer als Erdgas. Daher wird es dem Erdgaskunden in Biogas-Tarifen allenfalls als etwa 10- bis 30%ige Beimengung angeboten, bisher aber nicht zu 100%. Dabei darf man es sich nicht so vorstellen, dass nun tatsächlich der entsprechende Biogasanteil aus dem Hausanschluss strömt. Stattdessen ist es so, dass derjenige, der einen Biogastarif abschließt, dafür sorgt, dass ein entsprechender Biogasanteil in das Erdgasnetz eingespeist wird, in dem er sich dann auf alle Kunden verteilt. Der gewünschte Umweltnutzen wird dadurch natürlich ebenso erreicht.

Was ist „klimaneutrales Erdgas“?

Die meisten Ökogas-Angebote heute basieren auf dem Modell, das bei der Verbrennung des Erdgases freigesetzte CO2 durch CO2-Minderung oder –Vermeidung an anderer Stelle zu kompensieren. Dies kann durch die Initiierung von oder Beteiligung an entsprechenden Projekten geschehen, wie beispielsweise Waldaufforstungen oder Effizienzverbesserungen von Kraftwerken oder Fertigungsprozessen.

Der in der EU und anderen Ländern umgesetzte Emissionsrechtehandel bietet dabei relativ einfache Möglichkeiten, derartige Emissionsminderungen zu bewirken, indem entsprechende Mengen an Emissionszertifikaten aus Klimaschutzprojekten gekauft und anschließend stillgelegt werden.
Für die Beurteilung des wirklichen Umweltnutzens von Ökogas, das sich auf CO2-Kompensation beruft, sind folgende Fragen wichtig:

  • Wird nur die CO2-Menge, die bei der Verbrennung des Erdgases entsteht, durch Klimaschutzprojekte kompensiert, oder auch die CO2-Menge, die mittelbar bei der Förderung, dem Transport und der Verteilung des Erdgases freigesetzt wird, kompensiert?
  • Wird mit dem Kauf des Ökogas-Produktes wirklich eine verbindliche CO2-Mengenkompensation bewirkt, oder wird lediglich eine Beteiligung an Klimaschutzprojekten versprochen, bei der unklar bleibt, wie hoch das finanzielle Engagement und der CO2-Minderungseffekt dann tatsächlich ist?
  • Wird der behauptete Klimanutzen durch ein einschlägiges Zertifikat einer bekannten, vertrauenswürdigen Organisation (z.B. TÜV Nord oder TÜV Süd) oder ähnliches nachgewiesen?

Bei einem „Ökogas“-Produkt, bei dem lediglich die Beteiligung an Klimaschutzprojekten versprochen wird, ohne dass quantitative Angaben oder ein vertrauenswürdiges Zertifikat dies untermauern, ist hinsichtlich des wirklichen Umweltnutzens Vorsicht angebracht.

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